
Novalogic wagt sich in die Weiten des Alls vor und will uns einen modernen "Wing Commander" mit ein bisschen "Elite" verkaufen. Eigentlich eine gute Idee, jedoch nicht konsequent umgesetzt.
Unser Alter Ego heißt Jake Logan. Jake ist ein toller Pilot und natürlich angelt er sich die lukrativsten Jobs im Sol-System. Seine Auftraggeber sind zwielichtige Händler, aber auch die Regierung oder eine Megacooperation nehmen seine Dienste in Anspruch. Megacooperationen haben sich auf die Ausbeutung des Weltalls spezialisiert und besitzen teilweise schon mehr Macht als eine anständig gewählte Regierung. Außerdem wären da noch die Bora, Abtrünnige die der Erde den Rücken gekehrt haben und sich eine eigene Welt erschaffen haben. Natürlich bestehen unter den Gruppierungen Interessenkonflikte und diese Konflikte bieten Jake die Möglichkeit sich seine Brötchen zu verdienen.
Leider muss Mr. Logan bei seinen letzten Aufträgen jemandem zu sehr auf die Füße getreten sein, denn bei einer einfachen Eskortmission wird eine gesamte Basis ausgelöscht und alles sieht so aus, als ob Mr. Logan daran schuld sei. Dabei hat er nochmals Glück im Unglück und er wird ins Exil abgeschoben, genannt "The Fringe". Die (grauslige) deutsche Übersetzung lautet "Die Kante". Man muss allerdings keine Angst haben, denn außer dem Handbuch, ist alles in der Originalversion belassen.
Nachdem man sich dann im Exil für "Galspan" oder die "Bora" entschieden hat, stehen kurzweilige Missionen auf dem Spielplan. Außerdem gibt es jeweils fünf verschiedene Schiffe zur Auswahl, wobei man allerdings erst später auf jedes Schiff zugreifen kann. Außerdem stehen nicht alle Waffen am Anfang zur Verfügung und auch die Bordelektronik muss man sich mehr oder weniger mühsam zusammenkaufen.
Die Handlung ist zwar am Anfang sehr interessant, verflacht allerdings mit der Zeit. Da hilft es nicht viel, daß man sich in einer Arena mit anderen Gegnern duellieren kann, die Missionen sehr oft eine Wendung erhalten oder man sein Glück an einem Einarmigen Banditen versuchen kann. Man hat einfach nicht das Gefühl, Jake Logan zu sein. Zudem ist das Missionsdesign manchmal sehr unübersichtlich. Oftmals braucht man ewig lange, bis man per Zufall auf die Lösung der Mission kommt.
Der Sound ist recht stimmungsvoll, die Grafik könnte ein paar Farbspritzer mehr verkraften und die Zwischenanimationen sind sehr anspruchsvoll. Trotzdem fällt dies nicht ins Gewicht. Eher schon die relativ komplizierte und umständliche Steuerung. Ein genaues Studium der Anleitung ist hier Pflicht, denn man kann zum Beispiel Energie an verschiedene Systeme verteilen wie auf der Enterprise.
Am Anfang hatte ich das Gefühl, in einem neuen "Wing Commander" zu sitzen. Allerdings wurde mit der Zeit klar, dass Novalogic dieses Spiel entwickelt hat - es fehlt einfach am Spaß. Man hat viel zu oft das Gefühl, nur ein gemeiner Soldat zu sein. Zudem können eben NICHT die Missionen selbst bestimmt werden. Zwar ist die Reihenfolge egal, aber es müssen alle Missionen eines Sternensystem abgeschlossen werden, bevor man Zugriff auf ein weiteres bekommt.
Novalogic hat sich sicherlich viel Mühe gegeben. Leider verliert sich der Spaß in den Weiten des Alls und auch die Multiplayeroption ist nur ganz nett, da dort nur Chaos regiert. Wer allerdings auf der Suche nach einer knallharten Spacesimulation ist und bis zum nächsten "Wing Commander" nicht warten kann, ist mit "Tachyon - The Fringe" auf der sicheren Seite. Unterhatltungsmässig wird trotzdem nicht sehr viel geboten. Vielleicht waren einfach meine Erwartungen zu hoch...
Grafik: 75 %
Sound: 70 %
Steuerung: 61 %
Motivation: 67 %
Gesamt: 65 %
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